Masken

Schon seit Jahrzehnten gilt meine besondere Liebe der alemannischen Fasnacht mit ihrer Masken-tradition, die Jahrhunderte zurückreicht. Bereits als Kind bin ich dem besonderen Reiz, der von der Fasnacht ausgeht, erlegen und folglich war eine meiner ersten Arbeiten als Holzbildhauer das Schnitzen einer eigenen Maske. Gerade in unserer reizüberfluteten hektischen Zeit sucht der Mensch ein Ventil um in Häs und Maske in ein anderes Ich zu schlüpfen.

Die bodenständige überlieferte Fasnacht im Südwesten mit ihren farbenfrohen Umzügen bietet deshalb vielen Menschen, und auch mir, die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Besonders in der Gemeinschaft einer Gruppe oder Zunft macht es Spaß, zumindest für ein paar närrische Tage, den Alltag zu vergessen und mit  Gleichgesinnten überliefertes Brauchtum zu erhalten und zu feiern. Schon während meiner Ausbildung an der Berufsfachschule für Schnitzerei Berchtesgaden habe ich für Zünfte aus der Region Ettlingen Masken geschnitzt und seit 1985 ist die Zahl der Zünfte und Gruppen stetig gewachsen. Ein besonderes Faible habe ich für Tiermasken und schelmische Gesichter. Bei diesen Masken kommt die Liebe zu den Comicfiguren meiner Jugendzeit durch, die irgendwo in einem kleinen gallischen Dorf, umlagert von Römern, lebten. Mit den Masken möchte ich neue Akzente in der Maskenlandschaft setzen und trotzdem meinen großen Respekt vor den überlieferten und ursprünglichen Larven zum Ausdruck bringen, so wie sie heute noch seit der Barockzeit in Rottweil und Villingen getragen werden. Alle von mir geschnitzten Masken sind auch selbst entworfen und somit urheberrechtlich geschützt.
Eine Besonderheit ist die farbliche Gestaltung, bei der die Farben nur dünn in Leinöl aufgelöst lasiert werden, damit das Material Holz als solches sichtbar bleibt! Auf den folgenden Bildern sehen Sie eine närrische Reise durch den Raum Karlsruhe. Alle Figuren tragen Masken aus meiner Werkstatt und fördern somit den Flair und die Vielfalt der "schwäbisch alemannischen Fasnacht" im Herzen Badens.

Der Spiegel des Narren gilt als Sinnbild der Eitelkeit, der Ich Bezogenheit und Selbstliebe und damit der fehlenden Nächstenliebe und Ignoranz gegenüber Gott - nach spätmittelalterlicher Überzeugung der Kern aller Wahrheit, aber auch als Mittel der Selbstkenntnis, der eigenen Torheit und Hinfälligkeit, womit zugleich der Sinneszusammenhang zwischen Narrheit und Vergänglichkeit verdeutlicht wird. Der Narr hält einer Welt voller Narren den Spiegel vor, damit sie darin ihre Verkehrtheit erkenne.

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